Krisenfest durch Achtsamkeit, Autorin Anja Gatzsche

Wie uns Achtsamkeit unterstützt, mit den Herausforderungen des Lebens besser umzugehen

Unsere Welt steht aktuell Kopf. Seit Beginn der Corona-Krise sind so viele Dinge nicht mehr wie sie waren. Wir verbringen mehr Zeit zu Hause. Wir arbeiten digital zusammen. Wir treffen unsere Freunde online oder mit 1,5m Abstand. Wir gehen mit einer Maske aus dem Haus.

Für unsere Psyche bedeutet das Stress pur, weil zum einen unsere typischen Gewohnheiten nicht mehr greifen. Zum anderen wird durch die vorherrschende Angst ein entwicklungsgeschichtlich alter Teil unseres Gehirns aktiviert, der unser Überleben sichern will.

 

Achtsamkeit hilft bei Veränderung von Gewohnheiten

Wenn unser Gehirn im Überlebensmodus ist, funktionieren wir im Stress-Autopilot. Dieser führt dazu, dass wir die Welt durch einen Tunnelblick wahrnehmen. Wer jedoch einen Tunnelblick hat, schaut nicht mehr nach links und rechts und das Finden neuer Lösungen für neue Wege in einer schwierigen Zeit ist erschwert. Genau diese neuen Lösungen brauchen wir aber, um uns neue, dienliche Gewohnheiten zu erschaffen. Da Achtsamkeit ein bisschen wie die Zoom-Funktion einer Kamera ist, können wir die Veränderung von Gewohnheiten bewusster mitgestalten. Wir können quasi in unsere alten Verhaltensmuster mit ihren Gedanken und Gefühlen „reinzoomen“ und die Stelle auswählen, an der wir uns verändern wollen. So können wir neue Gewohnheiten erschaffen, die uns guttun.

 

Achtsamkeit als innerer Anker

Gleichzeitig werden wir im Stress-Autopilot innerlich oft von Ängsten und äußeren Eindrücken hin- und hergeworfen. Welchem Artikel oder Experten sollen wir jetzt glauben? Was ist das, was meine Familie jetzt wirklich braucht? Wie kann ich mein Leben unter diesen Umständen bestmöglich gestalten? Viele Fragen, keine eindeutigen Antworten, viele Gefühle. Achtsamkeit stabilisiert uns innerlich so wie ein Anker das Boot auf stürmischer See vorm Abdriften bewahrt. Da Achtsamkeit trainiert, wie wir unseren Fokus wahren können, können wir diesen auch in stürmischen Zeiten auf das richten, was uns Stabilität gibt, z.B. unseren Atem.

Atmen wir uns also in den Moment und werden wir wieder ein bisschen krisenfester.