Die Weite von Rigpa - die Natur des Geistes.

Einführung für fortgeschrittene Meditierende, Autor: Thomas Schneider

Einführung in die Meditation für Fortgeschrittene

 

Die unberührten von weißen Schnee bedeckten Berglandschaften erinnern mich immer wieder an Rigpa, die Natur des Geistes. Das klare strahlende Weiß, überall Stille präsent, eines der markantesten Merkmale der Natur des Geistes. Makellose klare Weite, die alles durchdringt; in ihrer Essenz unberüht und doch auf eine Art und Weise präsentes lebendiges Bewusstsein.

 

Wir können die Natur des Geistes nur sehr schwer fassen, da sie in ihrer Ganzheit mit allen Aspekten wie z.B. der klaren Sicht  „der unmittelbaren Einsicht in alle Dinge“ nur auf der persönlichen Erfahrungsebene des Dharmakayas* wirklich erlebt wird. Aus dieser unmittelbaren Erfahrung können wir dann unsere zukünftige Meditationspraxis immer wieder auf die Erfahrung von Rigpa ausrichten und einsgerichtet darin verweilen (es braucht keine zusätzlichen Techniken der Meditation mehr). Mann nennt dies dann die Dzogchen Sicht. Eine sehr wichtige Voraussetzung, um diese Meditationspraxis richtig auszuführen.

 

Ansonsten kann es leicht sein, das wir an falschen Vorstellungen der Natur des Geistes anhaften, oder man meditiert über die Klarheit und Stille des gewöhnlichen Geistes und so macht es wenig Sinn auf Rigpa zu praktizieren und somit zu verwirklichen. ...

Hier einige Hilfsmittel, um die unmittelbare Erfahrung von Rigpa zu machen:

  •  Vertrauen und Hingabe kultivieren sowie Kontakt zu einem Lehrer haben, der bereits Rigpa erfahren oder verwiklicht hat.
  •  Vertrauen: In der Meditation ist es hilfreich, bereits wie ein Buddha zu sitzen. Das heißt, alle Phänomene, die während der Meditation auftauchen, bereits als perfekt anzusehen ohne an Ihnen zu haften (Gedanken,Gefühle, Körperempfindungen, Klarheit und Stille). Den eigenen Geist entspannt und ungekünstelt zu lassen - wissend, das alle Phänomene von der Natur des Geistes (Rigpa) durchdrungen sind.
  • Hingabe: Die weite klare Winterwelt oder andere Landschaften auf sich wirken lassen. Sich mit einem entspannten und ungekünstelten Geist berühren lassen, ohne etwas erreichen oder ablehnen zu wollen.
  • Lungrig Methode: Das Lesen von Schriften Buddhas und andere Lehrer, die bereits die Natur des Geistes erfahren haben und aus ihrer persönlichen Erfahrung berichten. Dies können auch andere Traditionen sein, die auf die gleiche Erfahrung hinweisen ( Christliche Tradition- Mystik, Buddhistische Tradition, Hinduistische Tradition- Advaita Vedanta, Taoismus, Sufistische Tradition, etc.)
  • Abwechselnd Shamatha, Vipashyana und Übungen zu Mitgefühl und Liebe praktizieren (Tongeln und Metta). Diese Praxis sollte in der Meditation und in der Nachmeditation im Alltag stattfinden. Es macht Sinn, einen erfahrenen Lehrer aufzusuchen, um diese Praxis zu erlernen und in seiner vielfältign Wirkunsweise zu verstehen.

* In diesem Zusammenhang steht der Dharmakaya für eine reine, offene und zugleich potentielle Seinsdimension des ungekünstelten Geistes mit seiner unmittelbaren Wahrnehmung der allumfassenden spontanen Präsenz Rigpas.

 

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